Mo | 28.8. | 19.00 Uhr

  • Macbeth von William Shakespeare
  • Amphitheater

Schon als Shakespeare das Stück 1606 schrieb, war die Geschichte viele Hundert Jahre alt. Nun dringt sie aus lang vergangener Zeit zu uns und will erzählt sein. Des Abends dann bricht sie aus dem Vorhang heraus und stürmt in die Arena des Amphitheaters, in der das Blut der furchtlosen Schauspieler und die Tränen des tapferen Publikums vergossen werden.

Nur eine viel höhere Intelligenz konnte Gefallen an einer so niederträchtigen Geschichte finden wie dem bösen Spaß, den sich die drei Hexen mit Macbeth und seiner Welt erlauben. Shakespeare hatte sie und lässt uns daran teilhaben. Es sind aber nicht die Hexen, diese Wesen des dritten Geschlechts, und auch nicht das unausweichliche Schicksal – es ist die eigene fatale Entscheidung etwas Falsches zu tun, die „Macbeth“ den Ruf der ängstigendsten Tragödie verschaffte.

Und dennoch verlieben wir uns beim ersten Auftritt in den starken, kampfbereiten Macbeth. Und staunend bewundern wir Lady Macbeths zwingende Worte. Wir spielen die Tragödie in der Übersetzung Schillers. Goethe und er wollen das Stück 1800 in Weimar auf die Bühne bringen, doch niemand am Hof spricht Englisch. Goethe hält es für Shakespeares Meisterwerk. Fünf Wochen später liegt Schillers Übersetzung überraschend auf Goethes Schreibtisch. Der ist begeistert und stürzt sich in die Proben. So eine rasante und gewalttätige Geschichte hatte es nie zuvor auf deutschen Bühnen gegeben. Und beide sind froh. Die Zensur wirft Schillers eigenen Stücken fortan nicht mehr vor, Gewalt zu verherrlichen.

Wer keine Angst vor „Faust“ hat, den wird „Macbeth“ das Fürchten lehren!

18.00 
 

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