Liebe Freundinnen und Freunde des Monbijou Theaters,
„Nach langem Ringen um einen Fortbestand des Spielbetriebs an unserer langjährigen Heimatstätte im Monbijoupark steht nun die geplante Sommersaison und das Monbijou Theater leider vor dem Aus.

Wie ihr vielleicht aus den Medien gehört habt, wird es uns nach 21 Jahren nicht mehr geben, da sich die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Berlin Mitte offensichtlich für einen neuen Betreiber entschieden hat – das können wir nicht ändern, auch wenn die Gründe fragwürdig sind.

Hier ist ein Artikel, der die Geschehnisse gut zusammenfasst: www.taz.de
Einen offenen Brief unserer Mitarbeiter, der auch an die BVV geht, möchten wir euch nicht vorenthalten.
Wir suchen derzeit händeringend nach einem neuen Ort, um im Sommer vielleicht doch noch Theater spielen zu können!

Wir sind sehr traurig und danken euch für die jahrelange Treue. Es war und bleibt uns immer eine Ehre und ein Vergnügen!“

Offener Brief:
„Kein Monbijou Theater im Sommer - das beliebte Amphitheater
und die Strandbar stehen vor dem Aus! Mitarbeiterentlassungen sind die Folge!“

Berlin, 03.04.2019 
Wir, die aktuellen Mitarbeiter und die jetzt das Hexenberg-Ensemble bildenden ehemaligen Mitarbeiter des Monbijou Theaters, möchten aufgrund der anstehenden Veränderungen beim Theaterbetrieb im Monbijoupark unsere Sicht auf die kursierenden Hintergründe und Vorwürfe darstellen.
Zudem fordern wir einen öffentlichen Dialog mit allen Beteiligten.



Für uns hat die durch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) neu geforderte und von uns erbrachte, gemeinnützige Nutzung des Areals im Monbijoupark als erstes die Kündigung von mehr als 30 langjährigen Mitarbeitern des Theaters zur Konsequenz, weitere werden wohl folgen.


Die als neuer Betreiber genannte „Theater an der Museumsinsel gGmbH“ wird in der Öffentlichkeit als Retter des Theaters dargestellt, aber das Gegenteil ist der Fall.
Das bisherige Monbijou Theater steht nach mehr als 20 Jahren vor dem Aus, und Dutzende Arbeitsplätze gehen verloren.

Für uns als Belegschaft stellt sich der bevorstehende Betreiberwechsel als Putsch ehemaliger Mitarbeiter dar, die den Theaterbetrieb und die Strandbar übernehmen wollen. Unser Eindruck ist: Es geht um persönliche Interessen, nicht um den Fortbestand des Theaterbetriebs. Dieses Verhalten ist nicht neu: Schon vor vier Jahren führte eine ähnliche Situation zum Auszug des Hexenberg Ensemble, ehemaliges Hexenkessel Hoftheater.


Wir, die Mitarbeiter, wurden zudem in die vorausgehenden, monatelangen heimlichen Vorgänge und Planungen der neuen Betreiber zu keinem Zeitpunkt einbezogen, geschweige denn auf eine neue Situation vorbereitet. Bis heute gibt es keine Stellungnahme oder Kontaktaufnahme der neuen Betreiber. Es ist anzunehmen, dass diese den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze billigend in Kauf nehmen. Der Kampf um die Machtverhältnisse im Theater und die Darstellung gegenüber der Politik haben den Blick auf den Menschen aus den Augen verloren.

Die durch die neuen Betreiber in Umlauf gebrachten Vorwürfe - etwa eine schlechte und unpünktliche Bezahlung sowie unzufriedene Mitarbeiter - können wir nicht bestätigen.


Ist der Politik die Tragweite dieser Entscheidung bewusst gewesen? War bekannt, welch nachhaltiger Schaden dadurch für einen erfolgreichen Kulturbetrieb entstehen kann?

Denn in den Vorjahren war zu diesem Zeitpunkt das Theater aufgebaut, das Programm stand, die Schauspieler waren ausgewählt und die Proben waren in der Vorbereitung. Jetzt ist noch gar nichts geschehen und es macht den Eindruck als stünde den neuen Betreibern noch nicht einmal ein Theater nebst Ausstattung und Gewerken zur Verfügung.


Kann die Zukunft an diesem Ort noch gemeinsam gestaltet werden?



Wir fordern Transparenz in der Vorgehensweise der Vergabe seitens der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und einen Dialog aller Beteiligten. Wir möchten Antworten auf Fragen zu den Vergabekriterien, die zum aktuellen Votum führten und warum die erfahrene HexenbergTheaterproduktionsgesellschaft gGmbH nicht den Zuspruch gefunden hat, die sich als dritter Interessent zuletzt auch um den Weiterbetrieb beworben hatte?

Sebastian Söllner 2007
Michi Hein 2011
Marie-Luise Uhle 2017
Isa Mehnert 1994
Heike Hartmann 2003
Ivica Feradov 2013
Sedef Iskin 2011
Ercan Ügerli 2015
Bodo Herrmann 1999
Andy Engelmann 2003
Sidney Mignon Kolbe 2018
Rene Scholibo 2014
Ciwan Omar Abbas 2017
Svenja Birkmann 2018
Vincent Gruß 2016
Steffen Nitzel 1994
Steve Ashbrook 2003
Eva Prill 2013
Mario Gruß 2013
Veronica Toledo De Marth 2011
Ronny Wisian 2003
Ulli Schirmer 2001
Gordon Riens 2016
Heike Wieczorek 2002
Finn Rieffel 2015
Rene Ackermann 2016
Sandra Milojewic 2018
Manola Collado 2003
Thomas Lühr 2016
Claudia Rippe 2015
Aleksandar Pawlowski 2015
Robert Matysiak 2015
Christoph Stein 2018
Roger Berndt 2004
Sarah Gummersheimer 2017
Elias Namenek 2012
Phillip Prinz 2018
Stefanie Gruß 2012
Esther Friedrich 2015
Nina Dell 2010
Doreen Krämer 2016
Angelo Fürstenberg 2017
Claudia Tauber 2006
Adele Hamacher 2012
Ingo Behrendt 2015
Clothilde Wildner 2010
Nico Lehnen 2018
Bianca Hagen 2015
Aleksej Suslin 2018
Vlad Chiriac 2006
Nathalie Ullmann 2017
Fabian Lindenberg 2018
Katarina Slesazeck 2016
Rene Rasch 2006
Sara Striewski 2016
Jan Grönning 2018
Kristin Blume 2014
Mona Glass 2014
Timo Ruprecht 2015
Ufuk Kahraman 2017
Jaqueline Voß 2017
Roger Jahnke 1994
Sandy Steimecke-Konrad 2009

Hintergrund:
Beteiligt am Votum über die Zukunft des Theaters waren neben der Humboldt-Universität, der die Flächen auf den alten Bunkerdächern gehören, auch Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD), Frank Bertermann von der Grünen-Fraktion, Katharina Mayer von der Linksfraktion und eine Mitarbeiterin aus dem Stadtplanungsamt.


Donnerstag
18.04.
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