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Trailer – Der Sturm

" (Es) wird von dem kleinen Ensemble mit soviel Körpereinsatz und Witz gespielt, dass aus dem Abend ein frisches schönes Sommer-Theater-Vergnügen wird."
(Peter Hans Göpfert, kulturradio, 06.07.2009)
(RBB Kulturradio 06.07.09)


leichtfüßig inszeniert, (...) atemberaubende Trapezkunst, (...) wundervoll farbenfrohe und fantasievolle Kostüme
(Claudia Dude, Oranienburger Generalanzeiger, 06.07.2009)

Das kleine Ensemble scheut keine Mühen, klassische Texte so lebendig wie möglich zu gestalten. Die grellbunten, protzigen Kostüme und eine oft verstörende Publikumsnähe verleihen dem Hexenkessel Hoftheater seinen eigenen Charme.

(Margarete Stokowski, TAZ, 09.07.2009)

In vielen Szenen strahlt das Stück hypnotische Magie aus. (...)  fantastische Darsteller, voran der großartige, erst 28-jährige Andreas Köhler als Prospero
(Anouk Meyer, Neues Deutschland, 15.07.2009)


DER STURM

von William Shakespeare

 
 

Prosperos Insel ist ein Nirgendwo in Shakespeares Phantasie, die Stätte seines Wirkens: sein Theater. Hierhin lädt er per Hurrikan Figuren vor, mit denen er noch eine Rechnung offen hat, Macbeth etwa, sicherlich Jago oder Richard III. Üble Verräter also, Intriganten, Mörder, um dort mit ihnen ins Gericht zu gehen, sie abzustrafen, sie zu läutern, um ihnen –vielleicht – zu vergeben. Doch die schurkischen Figuren lassen sich nicht einfach so wider ihre Natur verwandeln.

Wiewohl seine King's Men das Stück seinerzeit auf der nackten Bretterbühne des Globe darboten, zieht Shakespeare in seinem letzen Wurf noch einmal alle dramatischen Register: ein mörderisches Unwetter entführt uns jäh auf eine (mitten im Mittelmeer) atlantisgleich auftauchende Tropeninsel. Kaum schlagen wir uns atemlos in die karibischen Dschungel, sind wir auch schon von wilden Ureinwohnern attackiert, mythischen Zauberwesen, Traumräubern, Seelenfressern. Als reiche dies noch nicht in unsrer Katastrophe, verlangen plötzlich wüste Clowns mit üblen Zoten, dass wir auch noch lachen! Doch all das war nur ein vergnügliches Vorspiel, denn nun zieht überlebensgroß Prospero gleich einem jüngsten Tag über uns her, nimmt uns die Beichte ab und will, dass wir uns für alles, aber auch alles erklären... HILFE: wir sind bloß Publikum – holt uns hier raus!

Nie hat der Theaterschreiber W. Shakespeare sich in seinen Stücken selbst dramatisiert, hier aber, hier in seinem letzten Werk, gibt er sich uns durch Prospero selbst zu erkennen. Wie groß ragt da sein Schattenriss über die Bühne und nie werden wir diesem Manne je näher sein als jetzt. Erleben wir das dramatische Testament des weisen Träumers: eine Utopie, sein ganz persönliches Vermächtnis, Auftrag an seine Erben, uns, sein Publikum seit einigen Jahrhunderten.

Regie:Jan Zimmermann
 
 

Bühne: David Regehr, Henning Streck

 

Kostüme: Isa Mehnert

 

Musik: Markus Götze
Maske: Ulrike Bast 

 

Licht: Henning Streck, Miriam Burghardt

 

Produktionsleitung: Roger Jahnke

 

Produktion und Gesamtleitung: Christian Schulz

 

 

Besetzung:

 

Prospero: Andreas Köhler

 

Ariel: Ina Gercke und Jefferson Preto

 

Antonio, Ferdinand: Vlad Chiriac

 

Miranda: Rebekka Köbernick

 

Sebastian: Carsta Zimmermann

Alonso: Michael Schwager

 
Der Sturm im Hexenkessel ist eine Traumreise wert. Shakespeares schweres Stück wird hier ganz leicht gemacht, im wahrsten Sinne schwebend. Die ganz Zauberei im Sturm mit zirzensischen Mitteln umzusetzen, ist eine geschickte Idee. Das wortgewaltige Werk wird befreit auf das Wesentliche, ohne dabei seine Magie einzubüßen.


Ich dachte erst, meine Nichte (11 Jahre) würde sich vor dem totenköpfigen Doppelariel gruseln. Sie aber erzählte mir begeistert jedes Detail der Geschichte ausführlich wieder.Wir hatten beide dasselbe Stück gesehen und verstanden. Das schafft nur der Hexenkessel.

Dieser Sturm hat uns tief bewegt. Die inhaltliche Einbindung der Akrobatik in die Geschichte ist eine gelungene Überraschung. Den ganzen shakespear’schen Tiefsinn auf so unterhaltsame Weise darzubringen, ist schon ein Kunststück.

 

Der Sturm wirkt, als hätte man die Schauermärchen aus der Märchenhütte in das Amphitheater erweitert. Man bekommt den ganzen, schweren Shakespeare und ist trotzdem bestens unterhalten.